Ursachen für Borreliose

Besonders in den Sommermonaten besteht eine erhöhte Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Dabei handelt es sich um eine durch das Bakterium "Borrelia burgdorferi" ausgelöste Infektionskrankheit. Sie kann jedes Organ, die Gelenke, das Gewebe oder das Nervensystem befallen und wird daher von der Medizin als Multisystemerkrankung bezeichnet. Der Borreliose Erreger ist weltweit verbreitet.


Borreliose kann sowohl beim Menschen, wie auch bei allen anderen Säugetieren und sogar Vögeln auftreten. Sie wird durch den Holzbock, eine Zeckenart, übertragen. Dazu muss die Zecke selbst durch den Borreliose-Erreger infiziert sein. Schätzungen zufolge sind etwa 4% bis 21% der Zecken auch tatsächlich Überträger der Krankheit. In wenigen Fällen erfolgt eine Übertragung durch Steckmücken oder Pferdebremsen, während eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht nachgewiesen wurde, ebensowenig wie eine Übertragung mittels Blutkonserven. Eine Borreliose Erkrankung während der Schwangerschaft birgt das Risiko einer Totgeburt oder Schädigungen des ungeborenen Kindes in sich. Borreliose wird in einem Zeitfenster von etwa acht bis zwölf Stunden nach dem Zeckenbiss übertragen, wobei etwa 20% bis 30% der Bisse gar nicht bemerkt werden, da der Speichel der Zecke schmerz- und gerinnungshemmende Substanzen enthält, die in die Wunde abgegeben werden. Das Festsaugen dauert etwa zehn Minuten. Nach Beendigung der Mahlzeit gelangen mit hoch gewürgten Magenresten der infizierten Zecke auch die Bakterien in den Organismus des Menschen.


Die Krankheit Borreliose verläuft schleichend und beginnt häufig mit einer Rötung der Haut um die Einstichstelle. Noch Wochen, Monate oder Jahre später können unterschiedliche Organe bzw. Körperteile befallen werden, nicht selten auch mehrere gleichzeitig.

Borreliose Symptome

Borreliose verläuft im Wesentlichen in drei Stadien. Zunächst bildet sich um die Einstichstelle innerhalb von Tagen oder Wochen eine auffällige Hautrötung, die auch als Wanderröte bezeichnet wird. Diese ist so spezifisch für die Erkrankung, dass auf Grund ihres Auftretens andere Krankheiten ausgeschlossen werden können. Bei der Wanderröte handelt es sich um größere, scharf abgegrenzte Flächen, die einen Durchmesser bis zu 65 cm erreichen und im Inneren etwas blasser sein können. Sie bereiten keine Beschwerden, jucken oder schmerzen nicht und können nach einer bestimmten Zeit spontan wieder verschwinden. Teilweise brechen sie erneut aus, in etwa 30% der Fälle treten überhaupt keine Rötungen auf.

Borreliose Symptome Die Wanderröte ist nicht zu verwechseln mit zwar stark juckenden, aber ansonsten harmlosen Rötungen von etwa ein bis zwei Zentimeter Durchmesser, die nach spätestens einer Woche wieder verschwunden sind. Neben der Rötung kommt es im ersten Stadium der Borreliose zu weiteren Beschwerden. Dazu gehören Fieber, Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen, Schwäche, Bindehautentzündung und Lymphknoten- oder andere Schwellungen.

Das 2. Stadium der Borreliose beginnt einige Monate nach dem Zeckenbiss. Der Erreger wird im gesamten Körper verteilt und es treten häufig grippeähnliche Symptome auf. Die Infektionen der Haut können auf weitere Organe übergegangen sein. Es kann zu Schwellungen der Lymphknoten, Lähmungen, Gefühlsstörungen und Schmerzen kommen. Wird das Herz befallen, treten häufig Herzbeutelentzündungen oder Rhythmusstörungen auf. Zu den Borreliose Symptomen zählen auch Entzündungen des Auges. Seltener kommt es zu rot-bläulichen Flecken im Bereich der Brustwarzen, dem Hodensack oder bei Kindern auch an den Ohrläppchen.

Das 3. Stadium der Borreliose ist gekennzeichnet durch eine chronische Infektion, die Monate, manchmal aber auch erst Jahre nach dem Zeckenbiss auftreten kann. Charakteristisch sind jetzt vor allen Entzündungen der Gelenke wie der Knie-, Sprung-,Ellenbogen-,Finger- oder Kiefergelenke. Unbehandelt vergehen die damit verbundenen Schwellungen in der Regel nach ein bis vier Wochen wieder, können jedoch jeder Zeit erneut auftreten. Mitunter kommt es zu Hautveränderungen. Die Haut schwillt an Händen und Füßen an, verfärbt sich bläulich und kann sehr dünn werden. Selten führt eine Borreliose zu Nervenerkrankungen, die eine Lähmung ganzer Körperteile nach sich ziehen. Dieses Stadium wird auch als Spätmanifestation der Borreliose bezeichnet.

Diagnose

Anhand der typischen Symptome einer Borreliose wie der Wanderröte kann die Erkrankung relativ leicht diagnostiziert werden. Bei vorliegen lediglich eines Zeckenbisses ohne weitere Beschwerden, ist eine Borreliose daher sehr unwahrscheinlich.


Darüber hinaus können im Blut Antikörper gegen die Bakterienart Borrelia burgdorferi nachgewiesen werden. Dieser Nachweis zeigt jedoch lediglich an, dass sich das Immunsystem mit dem Erreger auseinandersetzt bzw. auseinandergesetzt hat. Antikörper sind noch nach Jahren nachweisbar und können auch Hinweis auf eine frühere Ansteckung sein. Die Diagnose lässt sich hier nur unter Beachtung aller Symptome und Beschwerden treffen. Liegt der Verdacht auf eine Neuroborreliose (Erkrankung des Nervensystems) vor, wird in der Regel eine stationäre Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit durchgeführt.

Borreliose Therapie

Borreliose Ursachen Wird eine Borreliose Erkrankung festgestellt, kommt es darauf an, schnell zu handeln. Je schneller mit der Behandlung begonnen wird, desto geringer ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes. Allerdings sollte ein Zeckenstich nicht gleich zu einer Panik führen. In vielen Fällen heilt die Borreliose auch ohne Behandlung aus. Bestehen keine Beschwerden, ist in der Regel eine medikamentöse Behandlung nicht notwendig.

Borreliose wird mit Antibiotika behandelt, das in jedem Stadium der Erkrankung hilft. Zunächst reicht eine zweiwöchige Therapie aus. Erst in fortgeschrittenen Stadien der Borreliose wird die Therapie auf drei bis vier Wochen ausgedehnt. Eine vorbeugende Borreliose Therapie unmittelbar nach einem Zeckenbiss wird nur in Ausnahmefällen notwendig sein. Insbesondere dann, wenn es in einem Borreliose Risikogebiet zu mehreren Stichen gekommen ist. Da keine Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch besteht, sind diesbezüglich keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Borreliose hat bei rechtzeitiger und ausreichender Behandlung eine gute Prognose. Meist heilt sie vollkommen aus. Chronische Formen der Borreliose treten eher selten auf.

Wie man Borreliose vorbeugen kann

Die beste Vorbeugung ist natürlich, jeglichen Kontakt mit Zecken zu vermeiden. Die Tiere sind in den Monaten April bis Oktober/November aktiv. Daher sollte man in diesen Monaten darauf achten, Kleidung zu tragen, die möglichst viel der Körperoberfläche bedeckt, wie z.B. lange Hosen, Socken, festes Schuhwerk. Zusätzlich kann man sich mit Insektenabwehrmitteln schützen. In Gebieten mit einem erhöhten Borreliose Risiko sollte man nach einem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken absuchen. Sie nisten sich besonders gern in dunklen, feuchten Körperregionen ein. Wird eine Zecke entdeckt, muss sie möglichst sofort entfernt und die Wunde desinfiziert werden.


Um eine Zecke zu entfernen, wird sie ohne Drehung aus der Haut gezogen. Dabei sollte darauf geachtet werden, den Körper des Tieres nicht zu quetschen. Hilfreich sind hierbei spezielle Zeckenzangen. Impfungen gegen Borreliose gibt es bislang nicht.

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